Schließen

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge als traurige Regel

Die gesetzliche Erbfolge ist in Deutschland der Regelfall: Rund 70 % der Menschen in Deutschland sterben ohne ein Testament zu hinterlassen. In diesen Fällen greift in Deutschland die sogenannte gesetzliche Erbfolge die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist. Die gesetzliche Erbfolge funktioniert da eher wie eine Art Sicherheitsnetz. Trifft der Erblasser, aus welchen Gründen auch immer, keine Entscheidung fällt der Nachlass seinen Verwandten und, soweit vorhanden, seinem Ehepartner zu. Finden Sie heraus was in Ihrer Familie passiert, wenn Sie ohne Testament versterben.

Das hört sich erst einmal nahe liegend an. Betrachtet man die gesetzliche Erbfolge aber im Detail so zeigt sich: Die gesetzlichen Regeln können in vielen Fällen zu unerwünschten Ergebnissen führen, was Ratsuchende immer wieder überrascht. Viele Menschen gehen davon aus, dass wenn sie verheiratet sind, der Partner alles erbt. Das ist jedoch fast immer nicht der Fall: verstirbt etwa der Familienvater und hinterlässt eine Ehefrau und zwei gemeinsame Töchter so teilt sich die Frau das Erbe mit den beiden Töchtern. Die Frau erhält die Hälfte, die Töchter erhalten zusammen die andere Hälfte also jeder ein Viertel.

Was damit meistens passiert, ist dass eine Mehrheit an Erben entsteht, die sogenannte Erbengemeinschaft. Diese müssen sich nach dem Tod des Erblassers auf die Verwaltung und Verteilung des Nachlasses einigen. Wer sich auf die gesetzliche Erbfolge verlässt, hat auch großes Vertrauen in seine Angehörigen. Doch dies würde oft enttäuscht, denn in jeder sechsten Erbschaft kommt es zum (Gerichts-)Streit, bei Werten über 100.000 Euro sogar in jeder 4. Das schlimme daran ist, dass der Erblasser in fast der Hälfte der Fälle gar nicht mit einem Streit gerechnet hätte. D.h. auch wenn Ihre Erben gut miteinander auskommen und Sie auf deren Vernunft vertauen, sollten Sie besser vorsorgen und ein Testament mit Sicherheitsklauseln schaffen. Da wäre z.B. die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers oder aber eine Teilungsanordnung der wichtigsten Nachlassgegenstände. Alternativ können Sie auch eine Erbengemeinschaft verhindern und einen Alleinerben mit der Vermächtnissen an Ihre übrigen Angehörigen belasten.

Der Staat als lachender Dritter

Doch zumindest einen macht dieser Regelfall der Untätigkeit nicht traurig, sondern froh: den Fiskus. Denn der Staat profitiert als Kassierer der Erbschaftssteuer von diesen Standardfällen ohne steuerliche Gestaltung. Wer aber sein Testament verfasst, hat auch Einfluss auf die spätere Steuerlast und kann schon zu Lebzeiten dahingehend aktiv werden, dass sein Nachlass nicht zur Belastung der Liebsten wird. Erfahren Sie hier mehr über die Abfassung eines Testaments samt Vorlage!